6. Heilbronner NECKARCUP im Zeichen der ATP-Reform

08.04.2019

Mit einigen Neuerungen geht der Heilbronner NECKARCUP vom 13. bis 19. Mai 2019 in seine sechste Runde – dies gaben Turnierdirektor Metehan Cebeci sowie Mine Cebeci und Tom Bucher vom Veranstalter C2B bei der Pressekonferenz am Freitag bei ihrem Premium-Partner HNVG bekannt.

Durch eine Reform der ATP (Association of Tennis Professionals) beginnt das Turnier in diesem Jahr erstmals nicht schon samstags, sondern erst am Montag. „Mit der Reform kommen einschneidende Änderungen, die sich auf die Turniere weltweit auswirken wird“, berichtet Metehan Cebeci. Zunächst einmal fallen bei den aktuell rund 110 ATP-Challengern weltweit die zweitägigen Qualifikationsrunden weg. Dafür werden die Hauptfelder von 32 auf 48 Spieler aufgestockt und die Dauer der Turniere auf sieben Tage reduziert. Zusätzlich hat die ATP die Turnier-Kategorien geändert. Bisher wurde nach Preisgeld kategorisiert. Jetzt werden die Turniere nach den Weltranglisten-Punkten eingeteilt, die es zu gewinnen gibt. Beim NECKARCUP gibt es, wie schon im letzten Jahr, 100 Punkte – deshalb gehört er jetzt zur Kategorie „Challenger 100“. Um das 100-Punkte-Level zu halten, mussten die Veranstalter das Preisgeld von 85.000 Euro auf 92.040 Euro plus Hospitality erhöhen.

„Der Wegfall des ersten Wochenendes, an dem bisher die Qualifikationsrunden gespielt wurden, tut weh“, so Turnierdirektor Cebeci weiter. „Da wir bei der Quali aber immer freien Eintritt hatten, stellt der Wegfall für uns dennoch kein allzu großes Problem dar. Aber es ist natürlich schade für die Familien, die dieses Wochenende bisher genutzt hatten, um Weltklasse Tennis hautnah anschauen zu können.“

Sinn der ATP-Reform sei es, die Tennisprofis der Top 200 zu stärken. Cebeci: „Die Spieler auf den Weltranglisten-Plätzen über 200 mussten sich bisher durch die Qualifikationsrunden spielen, haben dabei nur selten Geld verdient und mussten zusätzlich noch ihre Unterkunft selbst bezahlen. Dadurch sind viele Talente auf der Strecke geblieben. Für sie wurde nun die Transition Tour ins Leben gerufen, über die sie ohne allzu großen finanziellen Aufwand Punkte für die Challenger-Runde erspielen können. Die punktbesten fünf Transition-Spieler, die sich für den NECKARCUP anmelden, kommen nun automatisch in das Hauptfeld, haben 440 Euro sicher und brauchen nicht für das Hotel aufzukommen.“

Das 48er-Feld beim NECKARCUP setzt sich weiterhin zusammen aus den 36 höchstplatzierten Spielern der ATP-Weltrangliste, die sich für das Turnier einschreiben. Dazu kann der Turnierdirektor fünf Wildcards vergeben. „In Absprache mit Bundestrainer Michael Kohlmann haben wir die beiden Wildcards des Deutschen Tennis-Bundes schon an die beiden 20-jährigen Talente Daniel Altmaier und Marvin Möller vergeben, die schon als 18-Jährige bei uns aufgeschlagen hatten.“

Die letzten beiden Plätze im Feld werden bei zwei Qualifikationsspielen ermittelt, die am Montag ausgetragen werden. „Grund für diese beiden Spiele ist, dass wir so mit den Verlierern zwei Backup-Spieler vor Ort haben, die im Falle einer Verletzung eines Kollegen als Lucky Loser noch ins Feld rutschen können“, erklärt Cebeci.

Die Tatsache, dass ein größeres Starterfeld an weniger Tagen auf die Courts muss, stellt die NECKARCUP-Macher vor logistische Herausforderungen. Von Montag bis Donnerstag wird es mehr Spiele als bisher geben, weshalb an diesen Tagen auf drei Plätzen statt bisher nur auf zwei gespielt wird. Mehr Spiele bedeutet gleichzeitig mehr Ballkinder, Linienrichter, Schiedsrichter sowie mehr Technik – und dadurch mehr Kosten.

Allgemein bekommen die 102 Helfer mehr zu tun. Da ist es von Vorteil, dass der Großteil schon seit dem ersten Turnier dabei ist und genau weiß, was zu machen ist. Einen besonders schwierigen Job hat in diesem Jahr der Fahrdienst, wie Mine Cebeci weiß: „Durch das größere Feld brauchen wir auch mehr Hotelzimmer. Dazu findet das Turnier während der Bundesgartenschau statt, für die – bei entsprechend höheren Preisen als sonst – viele Hotelzimmer schon belegt sind. Wir mussten uns deshalb jetzt auf fünf Hotels verteilen, was dem dreischichtigen Shuttleservice das Leben nicht unbedingt einfacher macht.“

Die größere Anzahl an Spielen wirkt sich auch entsprechend auf das NECKARCUP Festival aus. „Wir gehen davon aus, dass die Night Sessions bei Flutlicht länger gehen werden als in den Vorjahren. Und während der Woche um 22 Uhr noch mit einer Party zu starten, ergibt wenig Sinn“, stellt Mine Cebeci fest. Deshalb wird das Rahmenprogramm auf vier Abendevents reduziert: Die Opening Party mit der Band Perfect Heat am Samstag vor dem Turnierbeginn, den Players Evening mit Barbecue am Dienstag, die Comedy Night am Donnerstag mit Martina Brandl sowie die Closing Party am Halbfinal-Samstag mit „Blacky & Friends“.

Wenn auch die Qualifikationsspiele am Samstag und Sonntag wegfallen, können die Sportfreunde der Region am Muttertag dennoch Tennisluft schnuppern, wie Mine Cebeci weiß: „Wir veranstalten einen Prelaunch-Tag mit Showmatches, Fußballtennis und anderen Programmpunkten. Außerdem sind die meisten Spieler schon auf der Anlage und werden trainieren, so dass die Besucher dennoch die Sportler live in Aktion sehen können.“

Mit einem Etat von etwas mehr als 350.000 Euro gehen die Veranstalter in die Turnierwoche. Dass dieser erneut gedeckt sein wird, ist den inzwischen 111 Sponsoren und Partnern zu verdanken, die Tom Bucher akquiriert hat. „Dass wir jährlich neue Partner wie diesmal beyerdynamic, müller co-ax und die KTS Bauunternehmung dazu gewinnen können und bestehende Sponsoren wie die HNVG und Dr. Hörtkorn ihr Engagement aufstocken, bestätigt uns in unserer Arbeit“, sagt Bucher. Das kleine finanzielle Plus des Vorjahres wurde gleich wieder reinvestiert und wurde mit dafür verwendet, LED-Banden zu installieren und eine zusätzliche Lounge an Court eins einzurichten.

Was die zu erwartende Zuschauerzahl angeht, lassen sich die Veranstalter überraschen. Tom Bucher würde die 7.000 Besucher des Vorjahrs gerne toppen, was durch die reduzierten Spieltage jedoch schwierig werden wird. Eine Hoffnung besteht dabei aber doch: „Dadurch, dass das sonst immer parallel zum NECKARCUP stattfindende Turnier in Bordeaux in diesem Jahr zwei Wochen früher ausgetragen wird, haben die Spieler um die Weltranglistenplätze 80 bis 100 praktisch keine andere Wahl als für Heilbronn zu melden. Wenn da der eine oder andere bekannte Name dabei ist, könnte dies ein paar zusätzliche Fans auf die Anlage am Trappensee locken.“

Foto: Turnierdirektor Metehan Cebeci sowie Mine Cebeci und Tom Bucher vom Veranstalter C2B.

 
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